Die erste Story ist nicht wirklich relevant oder besonders ausschlaggebend. Die Mitglieder der Simpsons-Familie gehen zu einem Psychotherapeuten (einen einohrigen Hasen) um ihre Alpträume zu besprechen. Dabei handelt es sich um die Sequenzen des Vorspanns der Serie, die sich immer wieder in ihren Träume wiederholen und traumatisierend sind. Irgendwie witzig das auf diese Art auf die Meta-Ebene zu bringen. Geschrieben und gezeichnet von Tim Hensley.
"The Call of Vegulu" handelt von einer post-kapitalistischen Gesellschaft. Alles ist gefallen, es gibt keine Krankenversicherungen mehr. Man muss um finanzielle Unterstützung in Gameshows kämpfen. Das Springfielder AKW ist nicht mehr funktionstüchtig nachdem Mr. Burns beschlossen hat "grün" zu werden und irgendwann völlig wahnsinnig wurde. Eine Gruppe von jugendlichen Crustpunks (naja eigentlich mit K) bestehend unter anderem aus Bart, Lisa und Milhouse steigt ein in das verlassene Anwesen von Mr. Burns und findet dort einen verwahrlosten Buchhalter, der ihnen alles erzählt. Mr. Burns ist nun Anhänger des Kultes von Vegulu. Einen Wesen aus einer anderen Dimension das die Erde übernehmen will, nachdem die Menschen komplett versagt haben. Gemüse ist die Zukunft. Heilige Scheiße ist das abstrakt, komisch gezeichnet und einfach "off". Es ist eine Gesellschaftssatire, aber nicht nur auf den Konsum sondern auch auf Marketing. So wird sich auch über Marketingstrategien von sogenannten "grünen" Unternehmen lustig gemacht. Sehr eindringlich und trotzdem so merkwürdig. Von Matthew Turber und Kevin Huizenga.
In "Blurst Agin!" von Jordan Crane sehen wir wie Barts Kopf explodiert nachdem er Blasen von einer Seifenblasenpfeife eingeatmet hat. Okay.
Ted May und Sammy Harkham präsentieren in "Mo' Bodies, Mo' Problems" eine Geschichte über den Barkeeper Moe Szyslak. Es ist eine Parodie auf die "Re-Animator"-Filme bzw. die Story von H.P. Lovecraft. Darin streitet sich Moe mit dem erfolglosen Verkäufer Gil. Dieser hat eine Frau umgebracht und Moe die Leiche gebracht - weil Moe Leichenteile sammelt um eine Art "Frankenstein's Bride" zusammenzunähen. Als Moe checkt, dass die Leiche ein Mordopfer ist, kommt es zu einem Streit bei welchem Gil aus Versehen auf sein eigenes Messer fällt und stirbt. Nelson Muntz, ein Schoolbully hat sich in der Decke versteckt und das ganze beobachtet - nur um Gil auszulachen. Ist eines seiner Hobbies. Daraufhin hilft er Moe, die Braut zusammenzuflicken, die dann tatsächlich bei Moe arbeitet. Um nicht so von Moe angeekelt zu sein, hat sie überall Brad Pitt Fotos aufgehängt - so als Ablenkung. Was für ein wahnsinniger Scheiß. Das ist so stupide und makaber, dass es kracht. Aber es ist immerhin sehr witzig. Im Grunde genommen allerdings "nur" eine Parodie, die ein etwas anderes Ende bietet. Genießbar.
"The Lords Must Be Lazy" von Will Sweeney stellt Bart und Homer als bloße Schachfiguren im antiken Griechenland dar. Vater und Sohn sind in einem Boot unterwegs als sie von einem göttlichen Tsunami angegriffen werden. In Wirklichkeit ist es der "God of Chubbiness" (Portlius Maximus) dem langweilig ist und der sich amüsieren will, indem er mit Menschen "spielt". Sie werden allerdings von Poseidon gerettet und landen auf einer Insel - die allerdings auch nur Teil des göttlichen Schachbretts ist. Als dann auch noch ein Zwiebelring drauf fällt und lebending wird, wird es richtig brenzlig. Noch brenzliger wird es allerdings als die beiden von einem Stamm von Gürkchenmenschen verfolgt werden ("Boop! Oop Boop Poop! Boploop!" - ich glaub das reicht jetzt mit den Zitaten). Heiliger Fick ist das witzig. Ach du scheiße ist das witzig. Meine Fresse. Dabei dauert das Vergnügen vielleicht drei Seiten und sieht aus wie das Werk eines sehr talentierten Grundschülers. Wahrscheinlich weil die Farben so unglaublich knallbunt sind. Sehr amüsant.
In der nächsten Geschichte wird "C.H.U.D." parodiert (dieser eine Film über Mutanten aus der Kanalisation). Sie heißt "C.H.U.M." und handelt von Hans Moleman, der als Kanalarbeiter tätig ist. Als Homer radioaktiven Abfall die Toilette runterspült kommt er damit in Berührung und verwandelt sich daraufhin in einen äh Mutanten mit entstellten Gesicht. Bald fängt er an, Kinder zu zu töten. Nelson, Milhouse und dann noch Rodd und Todd Flanders. Als er in Ralph Wiggums Zimmer einsteigen will, hält dieser ihn für seine Mum. So auch Chief Clancy Wiggum (Ralphs Vater). So findet Hans eine neue Familie und ist scheinbar sehr glücklich. Oh meine Fresse, es wird einfach immer besser und obskurer je mehr ich in dieser Ausgabe lese. John Vermilyea schafft es verdammt gut in kürzester Zeit den Leser zu verstören. Zunächst glaubt man, dies wäre eine weitere makabere Simpsons-Parodie - doch dann wirds irgendwie wholesome und lustig. Ein Twist den ich nicht erwartet hätte. Ich lachte innerlich sehr viel.
Die unfassbar großartig potthässliche Story "Boo-Tleg" von Ben Jones handelt von Apu und seinen Bruder, die lauter gefakete Produkte im Kwik-E-Mart verkauft haben. So viele, die qualitatitv minderwertig waren, sodass mehrere Menschen daran gestorben sind. Um die Sache zu vertuschen, heuerten sie eine Klonfabrik in der dritten Welt an um diese Menschen zu ersetzen. So kriegt Springfield nun einen Post-Ostblock-Homer und einen schwarzen Bart Simpson. Die Sache geht immer so weiter bis beinahe die ganze Stadt ausgetauscht ist und wie eine schlechte Kopie von sich selbst aussieht, weil immer mehr Menschen sterben und durch Klone ersetzt werden. Die Farben sind (mal wieder) knall bunt, der Hintergrund ist immer weiß. Alles sieht aus wie diese Simpsons-Bootleg-T-Shirts aus den 1990ern ("Black Bart", "Operation Desert Storm" usw. usf.). Die Story ist wirklich "off" und sehr verstörend zuerst - doch je länger man liest, desto witziger wird es.
"Three Little Kids" von John Kerschbaum ist eine Parodie auf das Märchen über die drei Schweinchen. Diesmal geht es allerdings um Bart, Ralph und Milhouse die auf der Suche nach Material sind um sich selbst Häuser zu bauen. Allerdings überfrisst sich Ralph an einem Eimer Popeln (von Hausmeister Willie) und Milhouse wird enttäuscht als der Comic Book Guy ihm keine Comics als Baumaterial geben will. In beiden Fällen werden sie hinterrücks vom großen bösen Wolfsmensch (Mr. Burns) entführt und umgebracht. Mr. Smithers bereitet aus ihnen essen zu, wird aber selbst von Burns verspeist nachdem er ihm Essen geklaut hat. Bart hingegen hat Homer betrogen. Im Austausch für Zauberbohnen hat er sich Ziegel erschlichen um sich ein Haus zu bauen. Nur waren es keine Bohnen, sondern Kot. Als der große böse Wolfsmensch auftaucht um sein Haus wegzublasen, kriegt er einen Schwächeanfall und stirbt. Bart macht aus ihm Wolfseintopf. Homer versucht sich daraufhin an ihn zu rächen, wird allerdins prompt von drei zufällig vorbeilaufenden Jägerinnen (Marge, Lisa, Maggie) erschossen. Ich habe es schon gesagt, aber je länger ich diese Ausgabe lese desto absurder wird es. Und brutaler. Und makaberer. Und immer wieder taucht Nelson auf und sagt "Haw-Haw!". Jesus fucking fuck.
Jeffrey Brown präsentiert in seiner, offensichtlich mit Filzstiften gezeichneten Story "Bad Milhouse" ein noch merkwürdigeres Szenario. Milhouse kriegt von seinem Vater Kirk Buntstifte zum Geburtstag. Nun will er durch die Gegend fahren um zu gucken, ob ihm jemand gratulieren wird. Stattdessen wird er von Dolph, Kearney, Nelson und Timbo ausgelacht und fährt aus Versehen in eine der beiden Sheri/Teri Zwillingsschwestern. Sie stirbt. Um das auszugleichen tötet er die andere. Dies führt dazu, dass er polizeilich gesucht wird. Kirk versteckt ihn, wird aber aus Versehen ebenfalls von ihm umgebracht. Milhouse ist nun im Haus, zwischen den Wänden gefangen, weil die Leiche seines Vaters den geheimen Eingang versperrt. Er fängt an, eine Larry Snotter (lol) Fanfiction zu schreiben. Als die Simpsons dann in das Haus einziehen fühlt er sich noch mehr inspiriert. Naja, gegen Ende der Geschichte wird er wegen Copyright Infringement von Chief Wiggum verhaftet. Äääääh ja... Ich weiß nicht, was ich dazu sagen soll.
Christopher Forgues' "The Slipsons" präsentiert eine sehr kurze Story in welcher Hausmeister Willy über den "dreckigen Zustand" des Simpsons'schen Hauses empört ist. Also bricht er durchs Vorderfenster ein um festzustellen, dass Homer Bart und Lisa umgebracht und ihre Köpfe als Besen benutzt hat. Es stellt sich raus, dass Homer eine riesige Schabe ist und Marge eine Rakete. Okay.
Alles in allem eine sehr obskure Ansammlung von sehr makaberen, abstoßenden und ja...bootlegigen Geschichten, die sich anfühlen, als hätte sie jemand in einem dunklen Keller für sein Fanzine geschrieben und gezeichnet. Tatsächlich eine Abwechslung zu den zahlreichen Horrorfilmparodien die sonst so in den Halloween-Comics bzw. den Halloween-Folgen zu sehen sind. Teilweise wirklich großartig lustig (und abstoßend), teils einfach nur abstoßend (und höllisch dumm). Heiliger Fick. Was zur Hölle war das?
7,75/10 Pfandflaschen



